Therapeutische Wohngemeinschaften (TWG) 

Charlottenburg-Wilmersdorf

Tannenhof Berlin-Brandburg e.V.

Am achten Mai 2009 wurde die neue Suchtrehabilitationseinrichtung in der Pfalzburger Straße feierlich eingeweiht. 
Nach fast zehnjährigem Leerstand führt nun der Tannenhof Berlin-Brandenburg e.V. das Gebäude wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zu. Er errichtete eine der größten und modernsten Suchtrehabilitationseinrichtungen Berlins. Der Bau war im Februar fertig gestellt und die ersten Patienten konnten einziehen. Die Einrichtung in der Pfalzburger Straße tritt an die Stelle des Landhauses Oppenheim, das am Großen Wannsee im Bezirk Steglitz-Zehlendorf liegt. Das Landhaus diente seit zwanzig Jahren als stationäre Einrichtung für dreiundzwanzig Klienten.

Die beiden wichtigsten Grundlagen für die Tätigkeit in der Pfalzburger Straße bilden die langjährigen Therapieerfahrungen im Landhaus Oppenheim und die praxisbewährten Therapieinhalte. Als ich an einem geführten Rundgang teilnahm, konnte ich mich davon überzeugen, dass alles sehr modern eingerichtet ist. Angefangen von der Rezeption, über Gruppenräume, Fitnessgeräte, Computerkabinett und Sauna, bis hin zu Chillout-Räumen können sich die Patienten richtig wohl fühlen. Im Wohnbereich gibt es Ein- und Zweibettzimmer mit Internet und Telefon sowie TV-Anschluss. Insgesamt kann die Einrichtung in der Pfalzburger Straße von fünfundfünfzig stationären und zehn ambulanten Patienten genutzt werden. Das Angebot der Suchtmittelentwöhnung richtet sich an Frauen und Männer ab achtzehn Jahre, die eine Suchtmittelabhängigkeit oder einen problematischen Suchtmittelkonsum haben.

Weiterhin bietet der Tannenhof Berlin-Brandenburg e.V. auch Therapieplätze für Väter oder Mütter und ihre Kinder (bis zum 14. Lebensjahr) an. Die Aufnahme kann nach einem Vorgespräch und einer stationären Entgiftung stattfinden. Es muss eine Kostenübernahme bei der Rentenversicherung beantragt werden. Die Kosten für die Kinder übernimmt das jeweils zuständige Jugendamt nach SGB VIII. Durch die Mitaufnahme von Kindern im stationären Bereich werden Suchtkranken mit eigenen Kindern neue Chancen zur familienintegrativen Rehabilitation gegeben. Die Aufnahme nach einer zielgenauen Entgiftung im Krankenhaus kann stationär oder ganztägig ambulant geschehen. Die ambulante Therapie kann auch der stationären nachfolgen. Der Vorteil ist, dass die Klienten ihre erworbenen Fähigkeiten auch zu Hause ausprobieren können.

Vom Tannenhof wird eine ambulante Therapieform auch in einem anderen Haus, in der Berliner Straße 45a, angeboten. Die Aufnahme in die Therapie beginnt in der Regel nach der stationären Entgiftung. Voraussetzung für die Aufnahme ist ein gewisses Maß an Eigenmotivation. Indikationen für eine stationäre Aufnahme in die Pfalzburger sind neben dem problematischen Suchtmittelkonsum alle stoffgebundenen Abhängigkeitserkrankungen und komorbide psychische und/oder organische Störungen (zum Beispiel drogenindizierte Psychosen). Zur Abklärung des Behandlungs- und Versorgungsbedarfes werden Vorgespräche bei Eltern mit Kindern, bei Patienten mit Rollstuhl und bei Patienten mit einer schweren Persönlichkeitsstörung geführt. Eine Aufnahme ist nicht möglich, wenn akute Selbst- und Fremdgefährdung besteht, wenn Erkrankungen vorliegen, die eine allgemeine Rehabilitationsfähigkeit ausschließen oder eine stationäre Behandlung in einem Akutkrankenhaus notwendig ist.

Die Aufenthaltsdauer ist unterschiedlich. Bei Alkoholismus und Medikamentenabhängigkeit beträgt die Dauer der stationären Entwöhnungsbehandlung im Regelfall 12 bis 16 Wochen. Bei der Abhängigkeit von illegalen Drogen beträgt sie im Regelfall 26 Wochen. Eine stationäre Auffangbehandlung nach der Entwöhnungstherapie beträgt für Menschen mit einer Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit in der Regel zehn Wochen, bei Patienten mit einem Problem mit illegalen Drogen 16 Wochen.

Damit wird die Einrichtung in der Pfalzburger Straße zu einem wichtigen Stützpfeiler des Suchthilfesystems in Berlin. Martin Hagel (19.06.2009)

INFO: TANNENHOF Berlin-Brandenburg e.V.
Meierottostraße 8-9
10719 Berlin
Tel: 030 / 86 49 46-0
Fax: 030 / 86 49 46-33

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