Therapeutische Wohngemeinschaften (TWG)

Berlin - Mitte

Trockendock e.V.

TWG "Die Zwiebel"

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Trockendock e.V. Leben ohne Drogen und Alkohol.
In Berlin gibt es zahlreiche Therapeutische Wohngemeinschaften für süchtige Menschen. Betreutes Einzelwohnen und eine Wohngemeinschaft bietet die Einrichtung Trockendock e.V. an. Seit über 20 Jahren wird hier Menschen mit einer Suchterkrankung geholfen. Das gilt für Männer und Frauen. Es werden Menschen mit Alkoholproblemen, Polytoxikomanie, Medikamentenabhängigkeit und Haschisch-problemen aufgenommen. Leute, die Heroin und andere harte Drogen konsumieren, können nicht aufgenommen werden. Sie werden aber weiter vermittelt.

Das gilt auch für Klienten mit einer Doppeldiagnose – Psychose und Sucht. Wenn jemand zusätzlich an Depressionen oder einer bipolaren Störung leidet, kann er aufgenommen werden, aber nicht bei dem Krankheitsbild Psychose. Sie werden an Einrichtungen wei-tervermittelt, die sich darauf spezialisiert haben. In dem Haus in der Quitzowstraße in Berlin-Mitte stehen 16 Plätze (Einzelzimmer) zur Verfügung – und weiterhin vier Plätze im Betreuten Einzelwohnen.

Manche Klienten wollen ihre Wohnung nicht aufgeben oder sind gerade frisch eingezogen und brauchen noch therapeutische Unterstützung. Für diese Zielgruppe gibt es das Betreute Einzelwohnen. Die Wohngemeinschaften waren von 1981 bis 2001 in der Rostocker Straße in Berlin-Moabit angesiedelt. Die Wohngegend stellte sich aber als nicht geeignet heraus; daher hat sich Trockendock e.V. um ein anderes Haus bemüht und schließlich gefunden.

Die Klienten werden durch den Sozialpsychiatrischen Dienst, Krankenhäuser oder Drogenberatungsstellen vermittelt, stellen den Kontakt aber auch über Mundpropaganda her. Wenn jemand stationär im Krankenhaus behandelt werden muss und eine Wohnmöglichkeit in einer Therapeutischen Einrichtung sucht, so kann er direkt nach der Entlassung aus der stationären Behandlung aufgenommen werden. Das muss manchmal sehr schnell geschehen, da eine Entgiftung von Alkohol in der Regel nur sieben Tage dauert. Die Mitarbeiter von Trockendock e.V. erledigen dann die notwendigen Schreibarbeiten und kümmern sich zum Beispiel um den Betreuungs- und Therapieplan und die Kostenübernahme. In der Regel ist es Bedingung, dass der Klient direkt nach der Entgiftung einzieht. Eine Entgiftung im Wohnprojekt ist nicht möglich.

Trockendock e.V. hat die Möglichkeit, überregional Klienten aufzunehmen. Das heißt, dass auch Menschen aus anderen Stadtbezirken als Berlin-Mitte dort problemlos einziehen können. Das gilt allerdings nicht für das Betreute Einzelwohnen.

Im Rahmen der Therapie werden zwei Gruppengespräche angeboten, an denen der Bewohner teilnehmen muss. Weiterhin wird ein Einzelgespräch mit dem Bezugsbetreuer angeboten. Trockendock arbeitet nach dem Bezugsbetreuer-Prinzip. Das heißt, dass einer der Therapeuten den Klienten bis zum Auszug – und vielleicht auch dann im Rahmen des Betreuten Einzelwohnens – weiterhin begleitet. Der Betreuer hilft auch dabei, die Schulden wieder in den Griff zu bekommen. Viele kommen mit einen Berg an Schulden in die Einrichtung. Daher ist die Schuldenregulierung ein sehr wichtiges Angebot von Trocken-dock e.V. Oft haben die Klienten auch Probleme mit den Behörden. Das liegt daran, dass sich die Leute, wenn sie noch „drauf“ sind, um ihre Post gar nicht mehr kümmern. Mit Hilfe der Therapeuten wird auch das wieder geregelt. Viele Süchtige, die eine Therapie beginnen, sind arbeitslos und wissen oft nicht, was sie mal arbeiten möchten. Dazu stellt das Arbeitsamt Angebote zur Verfügung, in deren Rahmen eine Maßnahme zur Berufsfin-dung mitgemacht werden kann. Dabei helfen die Therapeuten natürlich auch, zum Beispiel beim Schreiben der Bewerbungen oder allgemein beim Umgang mit den neuen Medien.

Die Wohngemeinschaft Trockendock e.V. ist für trockene und cleane Klienten gedacht. Zur Sucht kann aber auch ein Rückfall gehören. Was wird dann getan? Beim ersten Rückfall bekommt der Bewohner die gelbe Karte und muss ins Krankenhaus zur Entgiftung. Danach kann er wieder einziehen, vorausgesetzt, er kann über seinen Rückfall reden. Es gibt immer einen Weg zurück, wenn der betroffene Bewohner trocken und clean sein will.

Es ist wichtig, dass es Einrichtungen wie das Trockendock e.V. gibt. Sie sorgen dafür, dass den Süchtigen, die eine Therapie machen wollen, geholfen wird.
Martin Hagel

INFO: Trockendock e.V
telefonische Anmeldungen für Vorgespräche:
Mo. bis Do., 9 bis 16 Uhr,
Fr., 10 bis 12:30 Uhr
Tel.: 030 – 391 57 57
Die Vorgespräche finden im Vereinsbüro statt:
Trockendock e.V.
Quitzowstraße 138
10559 Berlin-Mitte (Tiergarten)
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"Die Zwiebel" Therapeutische Wohngemeinschaft für suchtkranke Frauen in Wedding. Hier werden Frauen betreut, die zum Beispiel am Borderlinesyndrom, an Essstörungen oder einer Psychose leiden und zusätzlich Substanzmissbrauch gemacht haben, das heißt, dass sie drogen- oder/und alkoholabhängig sind. Meistens müssen diese Frauen aufgrund ihrer Erkrankung Medikamente einnehmen. Diese werden dann in der Therapeutischen Wohngemeinschaft unter Aufsicht eingenommen - um Mißbrauch zur vermeiden. Für die Frauen ist es wichtig, dass sie keine Drogen und Alkohol mehr zu sich nehmen. Sie sollen ein suchtfreies Leben anstreben. Weiterhin sollten die Frauen die Bereitschaft mitbringen, sich mit den anderen Frauen im Projekt auseinander zu setzen. Die Therapeutische Wohngemeinschaft ist für Frauen ab 18 Jahren da. Meistens wünschen die Frauen erst einmal eine männerlose Wohngemeinschaft. Dazu können sich Frauen bewerben, die aufgrund ihrer geschlechtlichen Ausprägung ein frauenspezifisches Betreuungs- und Behandlungsangebot wünschen. Die Klientinnen werden ausschließlich von weiblichen Therapeutinnen betreut. "Die Zwiebel" bietet Frauen einen gewalt- und suchtmittelfreien Raum. Das ist die Voraussetzung, dass die Frauen sich mit ihrer Problematik und Lebensgeschichte auseinander setzen können.

Zur Substanzabhängigkeit kommt meistens eine psychische Krankheit hinzu, zum Beispiel das Borderline-Syndrom. Für diese Frauen, die damit zu tun haben, gibt es eine extra Therapiestunde zusätzlich in der Woche. Probleme mit dem Essen sind ebenfalls eine Krankheit. Essstörungen können zum Beispiel Magersucht, Ess-Brechsucht oder Fettsucht sein. Wie sich aus dem Namen schon heraushört, werden diese Krankheiten als Süchte behandelt. Besonders wird darauf geachtet, was die Frauen essen. Der Kühlschrank wird abends abgesperrt, damit die Bewohnerinnen nicht in Versuchung kommen. Das heißt nicht, dass sie nicht an den Kühlschrank kommen - den Schlüssel hat eine Bewohnerin.

Die Wochenplanung wird zwischen den Therapeutinnen und den Klientinnen abgestimmt. Dabei ist zu beachten, dass jede Bewohnerin ein individuelles Hilfsangebot benötigt. Die regelmäßige Teilnahme an Gruppensitzungen und Einzelgesprächen ist Pflicht und fester Bestandteil der Therapie. Weitere Elemente des individuellen Therapieplanes in der Therapeutischen Wohngemeinschaft  können übergreifende Angebote sein. Dazu zählen psychoedukatives Training, themenzentrierte Veranstaltungen sowie sportliche und kreative Gruppen. Weiterhin bietet "Die Zwiebel" Hilfe bei Ämtern und Behörden an. Meistens können die Klientinnen damit nicht richtig umgehen - oder haben Angst vor den Behörden. Frauen, die sich bereits in einem Ausbildungs- beziehungsweise Beschäftigungsprogramm befinden, können das Angebot der "Zwiebel" ebenfalls nutzen.

Insgesamt zehn Klientinnen leben in den zwei Wohngruppen in der Stephanstraße. Jede Frau hat ein Einzelzimmer. Jede Gruppe verpflegt sich selbst. Zwei Mahlzeiten am Tag werden zusammen eingenommen. Das ist sehr wichtig - besonders für Frauen, die Essstörungen haben.

Wenn eine Frau zur "Zwiebel" will, dann findet zuerst ein Aufnahmegespräch statt. Falls es zur Aufnahme kommt, gibt es ein Phasenmodell. In der ersten Zeit sind die Kontakte nach außen eingeschränkt. Mit jeder weiteren Phase erhalten die Frauen mehr Eigenverantwortung. Der Alltag wird durch die Therapien und sonstige alltägliche Aufgaben bestimmt. Für jede Klientin gibt es einen individuellen Wochenplan: Sie erhält einen Betreuungs- und Nutzungsvertrag. Dort werden die Regeln, Rechte und Pflichten festgehalten. Da es eine Suchteinrichtung ist, werden regelmäßig Urinkontrollen (Drogenscreening) durchgeführt. Das dient nicht nur der Kontrolle, sondern soll eine Hilfe sein, clean zu bleiben Falls eine Klientin doch rückfällig wird, dann muss sie zuerst einmal die Einrichtung verlassen. In einem Rückfallgespräch wird dann entschieden, ob sie noch einmal aufgenommen wird oder nicht.
"Die Zwiebel" finanziert sich durch Mittel der Sozialämter. Wenn eine Frau aufgenommen werden soll, dann gibt es einen Termin bei einem Gutachter des SozialPsychiatrischen Dienstes. Dort wird dann entschieden, für welchen Zeitraum die Kosten vom Amt übernommen werden.
Es ist zweifellos wichtig, dass es solche Einrichtungen gibt. Das Angebot der "Zwiebel" ist einzigartig in Berlin. Martin Hagel

INFO: "Die Zwiebel"
Freienwalder Straße 8, 13359 Berlin
Tel.: 030 - 48 47 86 94
E-mail: info@prowo-berlin.de

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