Therapeutische Wohngemeinschaften (TWG)

Treptow-Köpenick:
 
Creative Selbsthilfe Oase e.V.

Der Selbsthilfeverein CSO (Creative Selbsthilfe Oase) wurde 1995 in Berlin gegründet. Ziel ist es, süchtigen Menschen zu helfen. Im Moment hat der Verein 65 Mitglieder. Er bietet einen Begegnungsraum und eine Therapeutische Wohngemeinschaft an. Beschreiben lässt er sich als Verein, der von Betroffenen für Betroffene da ist. Das heißt, dass es keine professionellen Helfer gibt, sondern eben nur trockene und cleane ehemals Abhängige, die sich ehrenamtlich dort engagieren. Es geht ausschließlich um suchtkranke Menschen.

In der Begegnungsstätte können sich die Leute jeden Morgen um 9.00 Uhr treffen und kostenlos frühstücken. Das trockene Leben geht nicht unbedingt ohne Kontakte zu einer Selbsthilfegruppe. Deshalb ist es ein gutes Angebot, denn dort kann der Klient ein nüchternes Feld entdecken, Menschen kennen lernen, denen es genauso geht, und vereinsamt nicht. Für suchtkranke Menschen ist es besonders wichtig, eine Tagesstruktur zu haben. Viele sind arbeitslos und haben somit keinen geregelten Tagesablauf.

Bei der Ausarbeitung des Wochenplanes helfen die Leiter der Tagesstätte. Dazu dient dieser drogen- und alkoholfreie Raum und schafft die Möglichkeit, sich neu zu entdecken. Menschen, die von der Straße kommen und obdachlos sind, wird sofort geholfen, eine geeignete Wohnform zu finden. Da es sich um einen suchtmittelfreien Raum handelt, müssen die Klienten nüchtern sein. Kommt jemand betrunken an, dann wird mit ihm in einem stillen Kämmerchen geredet. Wenn es notwendig ist, dann vermitteln die Mitarbeiter der CSO auch einen Entgiftungsplatz im Krankenhaus. Auf jeden Fall sind Drogen und Alkohol in den Räumen des Vereins verboten.

Dieses Angebot nutzen etwa 30 bis 40 Leute pro Tag. Der Umgang ist sehr locker, man spricht sich mit Vornamen an und versucht so, die vermeintlichen Barrikaden zu durchbrechen. Um die Neuankömmlinge wird sich besonders intensiv gekümmert. Um zwölf Uhr gibt es dann Mittagessen. Das wird in der eigenen Küche zubereitet. CSO bekommt vom naheliegenden Kaiser’s-Supermarkt Lebensmittel mit beinahe abgelaufenen Haltbarkeitsfristen gespendet. Das Mittagessen kostet jedoch zwei Euro. Dafür gibt es auch fast jedes Mal Fleisch.

Auch am Wochenende ist die Begegnungsstätte von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Ferner gibt es ein gutes Freizeitangebot. Manchmal geht es zum Bowling, oder ein Museumsbesuch wird unternommen und so weiter. Weiterhin gibt es in der Begegnungsstätte auch ein Computerkabinett. Dort können die Besucher im Internet surfen, oder Bewerbungsschreiben aufsetzen. Bei Angelegenheiten wie Ämtergängen, Arztbesuchen und so weiter bekommen die Klienten natürlich Hilfe, wenn sie es wünschen. So begleitet man sie auch schon einmal zum Sozialamt oder Jobcenter. Es bestehen auch Möglichkeiten, an Gruppen- und Einzelgesprächen teilzunehmen. Dort kann der Klient sich darüber aussprechen, welche Probleme er hat. Es gibt auch die Möglichkeit, dort ein Zimmer zum Wohnen zu bekommen. Es stehen fünf Plätze zur Verfügung, besetzt sind im Moment drei. Es sind Einzelzimmer. Die Finanzierung läuft über das Jobcenter, das die Miete dann übernimmt. Eine Begutachtung beim Sozialpsychiatrischen Dienst ist somit nicht notwendig. Das hat den Vorteil, dass es relativ schnell klappen kann, bis ein Interessent einziehen kann.

CSO ist eine Selbsthilfeeinrichtung und finanziert sich allein durch Spenden. Die Mitarbeiter arbeiten auf ehrenamtlicher Basis. Es gibt die Möglichkeit, dort Arbeit statt Strafe abzuleisten. Natürlich sind Praktikanten auch gerne dort gesehen. Der Vorteil dieser Einrichtung liegt darin, dass eben Selbsthilfe praktiziert wird. Das ist für die Betroffenen gut, weil sie merken, dass es auch ohne Suchtmittel gibt. Aber auch den Mitarbeitern, die selbst einmal konsumiert haben, gibt es ein gutes Gefühl, wenn sie anderen Menschen helfen können.

Da der Verein einen suchtmittelfreien Lebensstil voraussetzt, kann man zweimal rückfällig werden, beim dritten Mal fliegt man raus. Es ist wichtig zu wissen, dass Rückfälle zur Krankheit gehören können. Deshalb fliegt man auch nicht gleich beim ersten Mal heraus. Es wird dann genau aufgearbeitet, warum der Rückfall passiert ist, welche Umstände dazu geführt haben. Manchmal kommt es natürlich auch vor, dass der vermeintliche Klient dann sagt, er möchte weiter trinken. Das wird akzeptiert und es wird ihm geholfen, eine eigene Wohnung, oder wenn das nicht geht, ein Heim wo man trinken kann, zu finden. Das Hauptziel ist aber schon, dass die Klienten zur Abstinenz stehen. Dazu gehört auch, dass sie wieder mehr Selbstbewusstsein bekommen, vielleicht sogar einen Arbeitsplatz finden. Mich hat überrascht, dass es so einfach ist, dort einzuziehen. Keine langen Ämterwege, sondern nur der Wunsch, nüchtern zu leben, zählt. Martin Hagel (24.08.2009)

INFO: Homepage CSO - Der Verein
STERNDAMM 134
12487 BERLIN - JOHANNISTHAL
Telefon: 030 / 43 07 43 50
Telefax: 030 / 43 07 43 49
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